Kunst in Kassel (2)

Loretta Fahrenholz. Two A.M.          Ausstellung vom 25.September 2016 - 01.Januar 2017

 

Willkür ist ein Instrument der Macht. Molly und Holly, die „Watcher“ im neuen Film Two A.M. (2016) von Loretta Fahrenholz, wissen das. Was, wann und wen sie überwachen entzieht sich jeder Logik. Die Unkalkulierbarkeit der Gedankenleser ist Kalkül. Ausdruck findet sie auch in ihren heftigen emotionalen Schwankungen. Frei nach dem Exilroman Nach Mitternacht (1937) von Irmgard Keun hat Loretta Fahrenholz ein Drehbuch geschrieben und einen soziofiktionalen Film gedreht, dessen Analogien mit der Gegenwärtigkeit von Überwachung, Kapitalismus und neu aufkommendem Faschismus erschreckend sind. Keun beschreibt in ihrem Roman zwei Tage im Leben der jungen Sanna im nationalsozialistischen Deutschland. Die kurze Dauer der beschriebenen Zeit ermöglicht im Roman eine Dichte, die die beschriebene Zeit als Zustand erfahrbar werden lässt. Die rational nachvollziehbare wie auch die hysterisierte Angst wird klar spürbar. Im Film ist die permanente soziale Kontrolle diffuser und wird mit Amphetaminen kompensiert. Eine Praxis, die auch in Nazideutschland weit verbreitet war. Wiederaufrüstung, Reichsarbeitsdienst und Blitzkrieg sind ohne Speed nicht zu denken. Angst, Indolenz und Paranoia ohne MDMA nicht in Modernisierung zu kanalisieren. Während bei Keun die Flucht von Sanna und ihrem Freund Franz zu gelingen scheint, folgen Molly und Holly dem Paar in die Nacht. Sie können in der globalisierten Welt der Totalüberwachung nicht entkommen.

 

Für ihre erste große institutionelle Einzelausstellung in Deutschland hat Loretta Fahrenholz den Film Two A.M. produziert.                                                           mehr Informationen auf der offiziellen Website

Tetsumi Kuto.  Retrospektive    Ausstellung vom 25.September 2016 - 01.Januar 2017

 

An dem in Flaschen abgefüllten Humanismus, an neonfarbenen Verstrahlungen, zerfetzten Hautlappen und schlaffen Penissen zerschellt die humanistische Selbstgewissheit. Was wie Gift wirkt, ist die Aufforderung, Metamorphose als Zustand zu begreifen. Über drei Jahrzehnte – Mitte der 1950er bis Ende der 1980er Jahre – schafft Tetsumi Kudo ein Werk, das in seiner Konsequenz für heutige Denkansätze des Posthumanismus und des neuen Materialismus wegweisend ist. In einer Retrospektive zeigt das Fridericianum das Werk des japanischen Künstlers erstmals umfassend in Deutschland.

In den Mikrokosmen, die Tetsumi Kudo kultiviert, fließen Formen ineinander, schmelzen oder verschmelzen, werden Sinnesorgane zu eigenständigen Wesen und die Hierarchien zwischen Kategorien entkräftet. In Käfigen, Würfel ...                                                               mehr Informationen auf der offiziellen Website

Anika Yi. Junge Stripe   29.05. - 04.09.2016

 

Auf zweierlei Herkunft verweist der Begriff des Hybrids: das lateinische hybrida (Mischling, Bastard) und das griechische hybris (Überheblichkeit, Vermessenheit). Vereinen sich Pflanzen, Mensch, Tier und Technologie, entstehen flexible Mischformen – organische und synthetische Materialien mutieren zu amorphen Wesen. Während Bioengineering, Neurowissenschaften und Science-Fiction verhohlene Komplizenschaften eingehen, verschwimmt die einst klar konstruierte Grenze von natürlich und künstlich.

Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland verdichtet Anicka Yi (* 1971) das Erdgeschoss des Fridericianum zu einer raumgreifenden Installation. Mit ihren eigens für die Ausstellung produzierten skulpturalen und filmischen Arbeiten schafft sie ein komplexes Gefüge aus hybriden Formen. Dabei greift Anicka Yi Konstruktionen von Natur auf und lässt sie mit wissenschaftlicher und kolonialistischer Hybris kollidieren. ...

Kuratiert von Susanne Pfeffer                       mehr Informationen auf der offiziellen Website

 

 

 

 

 

Images

 

Cory Arcangel, Trisha Donelly, Wade Guyton, Pierre Huyghe,
Mark Leckey, Michel Majerus, Philippe Parreno, Seth Price,

Sturtevant 31.01.2016 – 01.05.2016 

30.01.2016, 17:00 – 21:00 Uhr Eröffnung 

Als originärer Raum der Kunst erweitert sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts mittels neuer Technologien der imaginäre Raum. Im permanenten Wechselspiel durchdringt und formt das Imaginäre die Realität. Mehr und mehr gewinnt das imaginäre Potenzial des Bildes an Bedeutung. Der Begriff des image bezeichnet diesen Prozess. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten untersuchen das Bild im Moment seiner grundsätzlichen Neubestimmung. Durch die Veränderungen in Genese, Distribution, Funktion und Auftrag des Bildes wird das Bild selbst Ausgangspunkt wie Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. 

Dem Potenzial des individuell imaginierten Bildes der Märchenfigur Schneewittchen stellt Pierre Huyghe mit dem Neonschriftzug I Do Not Own Snow White (2005) den Rechtsanspruch auf eine spezifische bildliche Darstellung gegenüber. Indem er das Recht thematisiert, hinterfragt er zugleich, ob individuelle Vorstellung einen originären Ursprung besitzen kann oder sich nicht vielmehr aus einer Vielzahl existierender Bilder zusammenfügt. Mark Leckeys Made in ’Eaven (2004) zeigt die Replik von Jeff Koons Rabbit. In seiner glänzenden Oberfläche spiegelt sich nichts weiter als der leere Raum, der ihn umgibt. Obgleich die Bewegung eine Kameraführung und einen Betrachter zu repräsentieren scheint, ist keine Spiegelung der Kamera zu sehen. Die Reflektion des leeren Produktionsorts wird so zu einer Reflexion über entmaterialisierte Bildwelten, über die Wahrnehmung und Vorstellungskraft des Betrachters, der sich in einem Trugspiel von innen und außen, Figur und Umgebung auf immer wechselnden Bildebenen zu befinden scheint. Mit dem Bild Annlees, welche Pierre Huyghe und Philippe Parreno als kommerzielle Anime-Figur erwarben, zeigen die Künstler, wie sich das Imaginäre des Bildes, die Imagination der Figur und die Imaginationskraft des Betrachters wechselseitig durchdringen. 

Der permanenten Transformation und freien Zirkulation der Bilder setzen die Künstler der Ausstellung ein konzentriertes Innehalten entgegen. Jenseits von Fragen nach Materialität werden vorhandene Bilder neu formatiert. Mittels rhythmischer Verzögerung werden die Bilder auf ihr imaginäres Potenzial und ihre Rückkopplung an das Reale untersucht. Die Bilder selbst sind austauschbar und ortlos, sie sind allein Medium der Reflexion. 

Kuratiert von Susanne Pfeffer       mehr Info hier   www.fridericianum.org

 

 

 

 

Ausstellung noch bis zum 27.Juli 2014, 17-22 Uhr im Fridericianum

 

Olga Balema, Juliette Bonneviot, Björn Braun, Nina Canell, Alice Channer, Ajay Kurian, Sam Lewitt, Jason Loebs, Marlie Mul, Magali Reus, Nora Schultz, Susanne M. Winterling

 

Die Trennung von Natur und Kultur ist obsolet. Natur sind wir und alles, was uns umgibt. Natur macht und wird, Natur ist Subjekt und Material zugleich.

Die Ausstellung nature after nature zeigt künstlerische Arbeiten, die mit Materialien arbeiten, die uns umgeben und Natur konstituieren. Unterscheidungen zwischen synthetisch und organisch, mensch- und naturgemacht werden nicht hingenommen. Eine Natur nach der Natur, die sich von einem idealisierten und ideologisierten Begriff abgrenzt  und neu gedacht werden muss.

Kuratiert von Susanne Pfeffer

 

 

 

 

 

 

Die großartige Ausstellung "Speculations on Anonymous Materials" im Kasseler Fridericianum wird aufgrund der großen Resonanz bis zum 23.Februar 2014 verlängert.

                                                                Aufnahmen vom 27.09.2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Lanz

Thomas Lanz
Wilhelm-Schmidt-Str. 10
34131 Kassel

Telefon: 01575 4103347

 

Aktuelles

 

documenta 14

Kassel vom 10.06. - 17.09.2017

                    Info hierdocumenta 14

 

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7. Int. ADAC Herkules-Bergpreis

"Rund um den Herkules"

für historische Fahrzeuge

23. - 25. Juni 2017

        Info hier www.kmckkassel.de

 

 

 

Foto Lanz wünscht Ihnen

und Ihren Familien

eine schöne Zeit mit vielen

kostbaren Momenten!

 

- und immer gutes Licht